Ideen zum Unterstellen – APR 2
Mit Judith Ritter-Davis
Nach unserer Raumerkundung zum Thema Unterstellen und Schutz im öffentlichen Raum bauten wir Prototypen und erzählten mithilfe der Methode Experiential Futures Ladder von möglichen Welten, in denen unsere Objekte vorkommen könnten – im Sinne eines kollektiven Storytelling Harvestings.
Zuvor hatten wir einen Häuserblock im Mathildenviertel auf Potenziale zum Unterstellen untersucht: öffentliche Strukturen wie Schilder, Mauern und Bänke, private Fassaden und Hauseingänge sowie geschäftliche Räume wie Kioske, Gastronomie und Einzelhandel. Schon beim Spaziergang entstanden Ideen, wie diese Bereiche künftig zu schützenden Umgestaltungen angeregt werden könnten.
So entwickelten sich Bilder von Erkern, ausklappbaren Hoftoren, Mauervorsprüngen als Sitzorte – und der Wunsch nach einem Revival der Markise in neuen Formen.
Begriffe wie Tratschfenster-Bonus, Klipp-Klapp-Bonus, Ampel-Schellen, Rollo-Arkaden, Rank-Kraken, Communal-Clouds, Kletterbank und Schützin geben den Ideen erste Namen.
Bereichernd war die Teilnahme zweier Quartiersmanagerinnen und einer Urbanistin, die spezifisches Wissen in die gemeinsame Forschung einbrachten.
Nach der 1,5-stündigen Blockumrundung tauschten wir uns über die Ideen aus, die uns persönlich am meisten interessierten. Im nächsten Schritt gestalteten wir mit unseren unterschiedlichen Elementen gemeinsam einen Platz. Auch Schilder mit Aufrufen wie „friedlicher Unterstand!“ oder „stay prickelnd“ – als freundliche Erinnerung, bei Hitze hydriert zu bleiben – wurden Teil des Modells.
Der Platz unseres Modells war real: neben dem Quartiersmanagement im Mathildenviertel. Ein nächstes Ziel könnte sein, das Modell dort in 1:1 umzusetzen.
Aus dem Gruppenerlebnis entstanden drei zentrale Gedanken:
• Wer sich offen, ernsthaft und tiefgehend mit einem Thema befasst, entwickelt schnell viele sinnvolle Zukunftsideen.
• Das Prototyping erzeugte ein Gefühl von Machbarkeit und Wirksamkeit.
• Die Sorge, nicht kreativ genug zu sein, verschwand bereits nach der ersten Workshopminute. Kreativität entstand ganz natürlich im Austausch Ping-Ping miteinander.
Nächster Workshop mit Judith Ritter-Davis und Scherin Beuther: Parkour für inneren Wandel am 15.08.2026 auf dem Kulturcampus.
© Fotos von Judith Ritter-Davis oder Teilnehmerinnen