Atmosphäre und Information – Spaziergang über den Kulturcampus Bockenheim – SEP

Angeleitet von Rolf Birkholz

Die Mitmach-Konferenz und das gleichzeitige Netzwerktreffen der Transition-Town-Organisationen in Deutschland fanden in diesem Jahr auf Initiative der Transition Town Frankfurt auf dem Kulturcampus im Offenen Haus der Kulturen in Frankfurt am Main statt. Unter dem Thema „Demokratie und Wohlstand zukunftsfähig gestalten“ kamen Menschen zusammen, um Fragen von Wandel, Gemeinwohl und Zukunftsfähigkeit gemeinsam zu bewegen. Zum Auftakt gab Dr. Tim Schuster, Leiter des Offenen Hauses der Kulturen und des Projekts Vision31, eine Führung über das Areal und durch die Geschichte der einzelnen Gebäude.

Ein Auftakt zwischen Geschichte und Wahrnehmung

Begleitet wurde diese Führung durch eine Intervention mit Rolf Birkholz und Übungen aus dem Social Presencing Theatre. So wechselten wir immer wieder zwischen dem kognitiven Hören historischer Erzählungen und körperlichen, sozialen und subtileren Wahrnehmungsebenen. Aus der Begehung des Ortes entstand dadurch mehr als eine reine Informationsvermittlung: Der Kulturcampus wurde nicht nur erklärt, sondern auch gespürt, erfahren und in seinen Atmosphären wahrgenommen: ein Experiment des Wechsels zwischen Information und Atmosphäre.

Ein gemeinsames Vokabular kennenlernen

Etwa 15 Teilnehmende kamen zusammen. Zu Beginn dauerte es einen Moment, bis alle eingetrudelt waren und sich die Gruppe am Startort gesammelt hatte. Dort führte Rolf in die Methode und die geplanten Übungen ein. Diese ersten Impulse dienten als gemeinsames Vokabular, das wir im Verlauf des Spaziergangs punktuell wieder einsetzen und aufrufen konnten.

Anschließend erzählte Tim Schuster ausführlich in der Mitte des Platzes des Kulturcampus. Seine historischen Einordnungen öffneten den Blick für die Bedeutung dieses Areals, für seine Gebäude, seine Brüche und seine mögliche Zukunft. Gleichzeitig blieb durch die vorbereiteten Wahrnehmungsübungen eine andere Ebene präsent: die Frage, wie Geschichte nicht nur gehört, sondern auch leiblich und räumlich aufgenommen werden kann.

Von der Dondorfdruckerei zum Studierendenhaus

Von dort gingen wir weiter zur Dondorfdruckerei, zur Ada Kantine und schließlich zum Studierendenhaus. An den verschiedenen Orten probierten wir kleine Eintauchübungen aus. Wir hielten inne, nahmen wahr, ließen die Umgebung auf uns wirken und verbanden das Gehörte mit dem, was sich im Körper, im Raum und in der Gruppe zeigte.

Die Übungen blieben bewusst leicht und zugänglich. Es war insgesamt eher eine „Light-Version“ von Social Presencing Theatre — passend zum Rahmen einer Konferenz, in der Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Erwartungen und Aufmerksamkeiten zusammenkamen. Gerade diese behutsame Form machte es möglich, die Methode ohne große Schwelle kennenzulernen und in die Führung einzubetten.

Offenheit für eine andere Art der Raumbegehung

Die Teilnehmenden zeigten sich interessiert und offen gegenüber der Methode. Es war schön zu beobachten, wie die Gruppe bereit war, sich auf diesen Wechsel zwischen Zuhören, Wahrnehmen und kurzem körperlichen Erproben einzulassen. So entstand eine besondere Form der Raumbegehung: zwischen historischen Informationen, gegenwärtiger Atmosphäre und der gemeinsamen Frage, wie ein Ort als sozialer, kultureller und demokratischer Möglichkeitsraum erfahrbar werden kann.

Nächste Termine mit Rolf Birkholz

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© Fotos von Rolf Birkholz

Dr. Tim Schuster vom Offenen Haus der Kulturen erzählt über den Kulturcampus und das Projekt Vision31.

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